mikrolernen im klimawandel: abstract für vortrag in Berlin am 3.12.

26. November. 2008

am 3.12. bin ich an der FHTW Berlin und halte einen vortrag. hier das abstract:

Ein Arbeitstag hat, sehr grob geschätzt, 320 Momente. Nämlich „sinnhafte Momente“, d.h. unterschiedlich lange Zeitspannen, die im Kopf als eine elementare Einheit erlebt werden, weil sie eine Wahrnehmung, eine Idee, eine Kommunikation betreffen. Ein solcher Moment kann zwischen 30 Sekunden und (beim Schreiben) vielleicht 8 Minuten lang sein. In der Regel sind es eher zwischen 1 1/2 und 4 Minuten.

Wir waren es lange gewohnt, dass diese Momente selbst wieder größere Einheiten bilden: Ein Gespräch, das wir führen; ein Buch, das wir lesen; eine Büro-Routine, der wir folgen; eine Vorlesung, die wir hören. Im Zeitalter der elektronischen Medien, und erst recht des Web, hat sich das dramatisch geändert.

Wir schwimmen in „Mikroinformation“: Eine große dichte Wolke und manchmal ein Tsunami aus kurzen Mobiltelefon-Anrufen, e-Mails, Websiten-Klicks, Google Such-Seiten, von da aus schnelle Sprüngen auf aus dem Zusammenhang gerissene Text-Paragraphen, Bilder, Metaphern und „Meme“, „Präsentationen“, bestehend aus auf einen Blick konsumierbaren Text/Bild-Einheiten …

Das ist nun unsere Lebens- und Wissenswelt, ob wir wollen oder nicht. Es gibt kein Zurück. Wer sich hier vornehm und wertkonservativ zurückhält, an dem läuft das Leben vorbei. Der Golfstrom des Wissens fließt nicht mehr da, wo wir es gewohnt waren. Gletscher schmelzen (z.B. Unis, Großunternehmen), Wüsten breiten sich aus (Print), Kreaturen werden aus ihrem gewohnten Lebensraum vertrieben (wir).

Wie kann man hier neu lernen zu lernen? Wie geht Mikrolernen?

6 Antworten to “mikrolernen im klimawandel: abstract für vortrag in Berlin am 3.12.”

  1. digiom Says:

    sehr schöne beschreibung. wird es das auch als paper geben? stehe immer noch ratlos da bei der frage, wie ich diese momente , die man so erlebt, im medienwissenschaftlichen kontext beschreiben darf ohne der anekdote verdaechtig zu werden.

  2. maike Says:

    war ein absolut genialer vortrag – von der vergangeheit in die gegenwart – die digitale immigration ist nicht abgeschlossen sondern ist nachwievor als prozes zu verstehen.🙂

    danke
    maike


  3. […] Corporate Training) bereits grundlegend verändert haben. Das ist eine schleichende Revolution, ein digitaler Klimawandel: Die Zirkulation wird schneller, die Temperatur steigt, und damit auch die digitale Flut. Und […]


  4. […] Corporate Training) bereits grundlegend verändert haben. Das ist eine schleichende Revolution, ein digitaler Klimawandel: Die Zirkulation wird schneller, die Temperatur steigt, und damit auch die digitale Flut. Und […]


  5. […] lesenswerte bis bahnbrechende Artikel, Gedankensplitter und Reflektionen zusammengetragen, von microlearning über den digitalen Klimawandel, bis hin zu seinen haiku- und oft speerspitzenartigen Tweets. […]


  6. […] lesenswerte bis bahnbrechende Artikel, Gedankensplitter und Reflektionen zusammengetragen, von microlearning über den digitalen Klimawandel, bis hin zu seinen haiku- und oft speerspitzenartigen Tweets. […]


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